
Pete Doherty. Potentieller Unwort des Jahres-Kandidat und nebenbei auch noch Frontman der Babyshambles. Um die öffentlichen Auftritte des Exzentrikers aber an dieser Stelle doch lieber beiseite zu lassen - nach den ersten Hörgängen von ‘Shotter’s Nation’ bleibt mir jedenfalls nur eines zu sagen: Unglaublich. Unglaublich hervorragend. Was die Brit-Formation hier stellenweise abliefert grenzt für mich an Komponisations-Geschick sondergleichen. Durchwegs skeptisch an das neue Werk herangegangen bin ich umso mehr von der Wucht so mancher Songs regelrecht in den Sessel geheftet. Songs wie ‘UnBiloTitled’ oder ‘Deft Left Hand’ - ein gelungenes Wechselspiel aus druckvoll-wuchtigen und zugleich so fragil-berührenden Momenten. Zwar hat die Band auch diesmal wieder tief in die Protagonisten-Schublade gegriffen - das Album ist voll von kratzig-abgehackten Gitarrenparts und sonstigen instrumentellen Feinheiten in der Manier von altbekannten Brit-Legenden wie The Kinks, The Cure, The Jam, den Beatles und wie sie alle heissen. Einige Liedparts sind außerdem unverkennbar alten Libertines-Stücken entnommen (man höre ‘Unstookie Title’ ab Minute 2.50). Dennoch, niemand klaut so gekonnt wie diese Band. Dazu noch eine weitere Portion grandios inszentierter Arbeitsmittel - von der melancholisch-sanften Mundharmonika bis zur theatralisch-stampfenden Orgel. Wow. Zwar mit Höhen und Tiefen. Aber doch einfach nur wow.
Anbei noch das aktuelle Video zur Singleauskoppelung ‘Delivery’…

Nach einigen Sommer-Wochen Effizienpause melden wir uns – wie für das geübte Auge nur unschwer zu erkennen sein sollte – mit einem gänzlich neuen Web-Auftritt zurück. Ohne darüber nun aber endlose Worthülsen zu verlieren – klickt euch doch einfach mal durch, wir hoffen es gefällt. Frisch aus der redaktionseigenen Innovationskiste gibt’s nun auch die Möglichkeit, Kritik, Wünsche, Beschwerden und Anregungen unter jedem der Beiträge zu hinterlassen.
Und das wollen wir natürlich gleich ausnutzen: Unter allen Kommentar anschließend an diesen Post verlosen wir jeweils ein Exemplar einer Sommer-Veröffentlichung aus diesem Jahr - darunter MONEYBROTHER mit ‘Mount Pleasure’, INTERPOL mit ”Our Love To Admire’, die SHOUT OUT LOUDS und ‘Our Ill Wills’, das Debütalbum der heimischen Noiserock-Band MORD (’Chapter Done’) sowie das neue Album der Österreich-Kollegen von YOU KNOW? (’The Days Are Numbered’) und die aktuellen Veröffentlichungen der beiden Broken Silence-Acts IMMACULATE MACHINE’s (’Fables’) und HEARTS OF BLACK SCIENCE (’The Ghost You Left Behind’). Hinterlasst einfach eure Gewinnpräferenz plus eure Meinung zum neuen Design. Die Gewinner werden folglich per E-Mail kontaktiert. In der rechten Sidebar findet ihr außerdem eine Abstimmung zum Thema. Rege Beteiligung erwünscht!
Postskriptum: Die ursprüngliche Magazin-Version und somit sämtliche alten literarischen Meisterwerke und unbestritten wertvollen Beiträge zur heimischen Pop-Kultur sind weiterhin unter der Web-Adresse original.monoton.at für jedermann abrufbar. Wir bemühen uns aber, alle bisher erschienenen Artikel nach und nach ins neue System zu integrieren.

Sunny Side Up-Compilations sind bekanntlich einfach schön. Und ich mein hier jetzt nicht das jedes Mal aufs Neue grandios gestaltete CD-Artwork, nein. Songs zum Füße in den sonnengetränkten Herbst-Schnee wutzeln und zum schläfrigen Quer-durchs-Zimmer- tanzen am frühen Morgen untermalt von kitschig fröhlichem Vogelgezwitscher. Der Soundtrack für entspannt-verschlafene Wochen-end-enden (alias Sonntage). Und auch die siebente Auskoppelung aus der FM4 Sendungs-Reihe (jeden Sonntag zwischen 10 und 13 Uhr) schließt nahtlos daran an. Vielleicht auch vor allem dank eines Songs: ‘Arms’ der isländischen Folk-Pop-Formation SEABEAR. Für mich einer der schönsten Tracks der letzten Zeit und definitiv Anwärter für meinen persönlichen Herbstsong-Award dieses Jahres. Dicht gefolgt von THE TELLERS mit ‘More’ - sowohl auf der CD als auch in meinem persönlichen Ranking. Eigentlich so wie der Großteil der Songs innerhalb dieser knapp 77 Minuten Spielzeit. Der Herbst kann also kommen. Ich freu mich.
Aja: Wer es schafft mir meinen originalen (und jetzt leider nicht mehr im FM4-Shop verfügbaren) Sunny Side Up-Button wieder zu besorgen bekommt die ultimativ prestigeträchtige monoton-Ehrenmitgliedschaft auf Lebenszeit. Versprochen.

MORD! Schöner Bandname eigentlich. Vielleicht etwas … hmmm… wenig verführerisch? Egal. Die heimische Formation mit Shocker-Name bietet auf deren Debüt mit dem Titel ‘Chapter Done’ (VÖ: 13.9.) jedenfalls durchwegs mutige Klangexperimente. Keine Spur von flacher Populärmusik Von düster kratzigem Noise-Rock über experimentell-treibende Schepper-Beats bis hin zu elektronisch-untermalten Psycho-Trips - instrumentell betrachtet allemal ein mehr als interessantes Unterfangen. Hier befinden sich Streicher im Klangbett mit Mischpult-Produkten und Kratz-Gitarren. Für Kategorie-Fanatiker: Mich erinnert der Release des Quintetts vor allem an das Nebenprojekt eines gewissen Nick McCartney, so manchem bekannt als Mitglied der schottischen Erfolgs-Band Franz Ferdinand: Box Codax (monoTon-Review hier!). Dennoch: Mir persönlich fehlts den oftmals elektronisch versetzten Vocals etwas an Ausdruck und Substanz. Gesanglich auch zu viel inszenierte Dramatik. Wie auch immer: Alles in allem ein verwegen-vielseitiges Unterfangen. Ein wunderbares CD-Artwork dazu. Sehr schön, mehr davon!
Mehr Infos zur Band und deren höflichem Label aus Wien ‘Konkord’ gibt’s unter www.konkord.org - übrigens mit so mancher kompletter EP zum Gratis-Download!

Es ist ein schöner Samstag Nachmittag im September. Die Menschen in Graz rekeln sich in der Sonne, um noch die letzten Stunden in diesem Jahr genießen zu können. Unterdessen in einem Gebäude - dort wo früher einmal eine Druckerei ihr zu Hause hatte - bereitet sich eine der bemerkenswertesten Sängerinnen der letzten Zeit auf ihren Auftritt im Rahmen des steirischen herbstes vor. Weiterlesen…