
Ein Soloalbum, das eigentlich keines ist - “Blind!” wurde im Jahr 1984/5 unter dem Künstlernamen des Vokalisten der Gothic-Band Sex Gang Children veröffentlicht, obwohl die gesamte Band an den Aufnahmen (zu diesem zweiten Studioalbum) beteiligt war. Jedoch genug der Richtigstellung, denn wo Andi draufsteht, ist ohnehin die Sex Gang drin. Und das heißt im Wissen aller Eingeweihter: intelligent-makabre, Cabaret-beinflusste Klanggeschichten von Vergänglichkeit und Dekadenz, vorgetragen in der hinterhältigsten Gnomenstimme, die je den legendären Batcave-Club in Soho heimgesucht hat. Die akustische und optische Kunst der Sex Gang Children gilt neben wenigen anderen als stilprägend für eine ganze Untergrundszene und ihre bis heute reichenden Nachwehen. Weiterlesen…

Die Dead Kennedys versorgten die Welt zu einer Zeit, in der man mit “Penislandschaften” von H.R. Giger im CD-Artwork noch rechtliche Klagen in den Staaten provozieren konnte, mit dem wohl schönsten US-Punkrock. Und das vorrangig, weil er sich am “klassischen” UK-Punkrock orientierte und diesen mit den wenigen Vorzügen des kalifornischen Hardcoresounds (namentlich “rohe Kraft”) verband. Abgesehen davon war und ist Jello Biafra, einstiger Kopf der Rasselbande, nicht nur mit einem unverkennbaren, zynismussprühenden Stimmorgan, sondern auch mit einer gehörigen Portion Intelligenz ausgestattet. Schon damals ein entscheidender Vorteil gegenüber zahlreichen Kollegen aus dem Genre und gegenüber “Inspirationsquellen” wie Ronald Reagan und religiöse Rechte. Weiterlesen…

Schwarz bleibt bei seinen neu gefundenen Leisten. Wieder Emo, wieder aus Niederösterreich. Doch From Dawn To Fall aus Perchtoldsdorf stehen innerhalb des Spektrums eher auf der entgegensetzten Seite der kürzlich besprochenen, melancholischen Everton. From Dawn to Fall schreien, brüllen, spielen mit Wut und Druck und Lautstärke, quasi Screamo.

Yeah! Ringo macht wieder Musik! Genug gesagt!

“The Lorries are yet another sign that music in Britain may yet again get as tough as life in Britain.” - so wurde ironischweise von einem New Yorker Kritiker damals über die Band Red Lorry Yellow Lorry aus Leeds sinniert. Dementsprechend wurden die 1985 mit der LP “Talk About The Weather” debütierenden Briten gerne in die Schublade “Gothic Rock” gesteckt, obwohl sie sich (wie etwa auch die Vorzeige-Goth-Rocker Sisters Of Mercy) gegen diese Zuschreibung angeblich strikt zur Wehr setzten. Lieber ließen sie sich da schon als inspiriert von den Punknachfolgern Killing Joke und Wire zitieren. Mit der “Very Best Of”-Sammlung des Labels Cherry Red können sich nun auch die jüngeren HöhrerInnen nachträglich ihre Schubladenmeinung bilden. Weiterlesen…

Hinlänglich, den ‘Zauber’ und die Wirkung der Musik von Sigur Rós zu beschreiben. Wem jene Klänge, die einen beträchtlichen künstlerischen Beitrag zur Mystifizierung Islands als eine Insel der Feen und Trolle leisten dürften, bis jetzt noch nicht untergekommen sind, der sei auf erhellende (um nicht zu sagen erleuchtende) Hörproben verwiesen. Sigur Rós sind nicht annähernd ins Medium Wort übersetzbar. Weiterlesen…

Glen Hansard ist für den Oscar nominiert und zwar in der Kategorie “Bester Song” für sein Duett “Falling Slowly” mit Marketa Irglova aus “Once”, einem dieser völlig unterschätzten und wunderschönen Filme über Musik.
Cool eigentlich, noch letztes Jahr hat Hansard, als er mit seinen Frames in Salzburg gespielt hat, zwei Dauerredner des Konzertsaales verwiesen. Mal schauen, wen er bei der Oscargala rausschmeißt.
Vor einer Stunde war auch Eddie Vedder noch für seine Filmmusik zu “Into the wild” (der am 1.2. startet und WÄRMSTENS empfohlen wird) nominiert, aber irgendjemand hat es sich wohl nochmal ganz schnell anders überlegt. Dabei hätte er es sich für seinen tollen Soundtrack durchaus verdient gehabt, zumal ja in der “Bester Song” Kategorie gleich drei von den fünf nominierten Songs aus Disneys “Verwünscht” kommen. Es ist immer wieder komisch.
Und ach ja, Stefan Ruzowitzky darf mit “Die Fälscher” für Österreich mitmachen. Obwohl er, glaube ich, eher für sich selber mitmacht. In Österreich hat sich das Teil nämlich eh fast keiner angeschaut. Dafür sind wir jetzt im nachhinein wieder mächtig stolz…
Die gesamten Nominierung gibts unter anderem hier.

“We wanted every step to be an earthquake and every breath a hurricane”. Auf den ersten Blick Emo-Business as usual bei Everton aus Niederösterreich. Und musikalisch täuscht er nicht. Stimme, Melodien, Gitarren, der ganze Sound ist Emo-Rock 1. Semester.
Aber hey, jedes Genre hat seine Regeln, sonst wär es ja kein Genre. Everton bewegen sich gemütlich innerhalb der Grenzen dessen was im Großen und Ganzen Emo genannt wird und genauso viel vom Punk (und heute sehen sowieso alle Punks gleich aus und eigenartig wirkt das nur für Leute gegen dreißig, die Punk auch immer mit “Anders-sein” verbinden oder wie Campino letztens im Rolling Stone recht clever beobachtete “dafür dass wir Punks waren, gab es in der Szene ganz schöne viele Regeln” und es also schon in den 80ern, quasi am Anfang, schon nicht mehr so weit her war mit der Eigenständigkeit) und von Indie-College Rock hat und schätzen sich mit den im Infozettel erwähnten Sunny Day Real Estate sogar in die richtige Richtung.
So, kommen wir zu dem was “Floorsleepers” gut macht. Weiterlesen…

Wahrlich frustriert. Was dieser Mann nicht alles kann. Zugleich einer der brilliantesten Musikjournalisten dieses Landes präsentiert sich auch dessen neueste Solo-Veröffentlichung gekonnt in altehrwürdiger, britischer Sixties-Tradition. Und ja, auch das am Cover abgebildete Ölbild stammt natürlich von Rotifer himself. Nichtsdestotrotz: Mit ‘Coach Number 12 of 11′ erwischt der gebürtige Wiener keineswegs immer den passenden Zug Richtung Pop-Thron. Weiterlesen…

Spear Of Destiny ist eine britische Rockband rund um Kirk Brandon und Stan Stammers, die 1983 die Nachfolge der Post-Punk Legende Theatre Of Hate antrat und bis heute aktiv ist. Bei Cherry Red erscheinen heuer die beiden ersten Studioalben „Grapes Of Wrath“ (1983) und „One Eyed Jacks“ (1984) in einer Neuauflage mit vielen zusätzlichen Bonustracks und umfangreichen Booklets.
Weiterlesen…