Jason Mraz bittet für einen Free Street-Gig ins Wiener Museumsquartier und eine beachtliche Menge an Sonnenknotzern folgt. Nice, wenn auch dezent kurz - nach einer knappen halben Stunde war’s auch schon wieder vorbei.

Sind ja recht abwechslungsreich die Burschen. Doch ich habe ehrlich gesagt ein wenig recherchieren müssen um rauszukriegen, was die eigentlich wollen. Man findet eine recht kurze Erklärung über die multinationale Beschaffenheit der Band - ein englischer Sänger mit klassischer Pianoausbildung, ein schottischer Percussionist, ein brasilianischer Gitarrist der sich sogar MC nennt und ein kanadischer Bassist - und den daraus resultierenden eklektischen Stil. Ja. Schön. Es kommt zwar nur einer nicht aus der westlichen Welt, aber recht vielseitiger Indie-Pop ist das ja trotzdem. Da hören wir immer wieder 80er-Jahre-Dancepopmelodien (mit Kopfstimme gesungen!) und Synth-Streicher, dann ein wenig Elektrobeats mit Oh-Oh-Ohs oder Frauenchören und dazwischen “Falling out of reach”, eine Akustikballade, über die sich Ryan Adams riesig gefreut hätte.
Jedenfalls tummeln sich hier jede Menge Spielarten des breiten Indiepop-Feldes fröhlicher oder zumindest positiver Ausprägung. Ob das jetzt kreatives Genie, beeindruckende Vielseitigkeit oder billige Anbiederung ist darf jeder selbst entscheiden. Die Platte ist auf alle Fälle ziemlich gut. Wenn wir das eine oder andere Lied demnächst im Mainstreamradio hören, würde mich das aber nicht wundern.
Der Klassiker. Wem immer ich erzähle, dass ich das neue Tito & Tarantula Album besprechen darf, erklärt mir fröhlich, dass “From Dusk till Dawn” total super war. Eh. Nur ist das in Bezug auf die Band halt eine Nullaussage. Erstens, weil nur Leute, die den Film super finden ihn auch soweit gesehen haben, um Tito & Tarantula zu kennen. Die anderen haben vorher abgedreht. Und zweitens, weil diese Aussage seit jeher dazu dient, das Gesprächsthema auf etwas zu bringen, worüber man glaubt eher sprechen zu können (den Film, George Clooney, Quentin Tarantino, dass der früher ja viel besser war etc. … Obwohl es ja nichts Besonderes mehr ist, “From Dusk till Dawn” toll zu finden - immerhin herrscht über diesen Film breiterer Konsens als über “Transformers”) und davon wegzukommen, zu einer Band etwas sagen zu müssen, von der man eigentlich gar nichts kennt. Denn selbst von “After Dark” hat man sich ja am besten Salma Hayek im lila Samtbikini gemerkt.
Aber es gibt schlimmeres für eine Band als für immer mit einem Kurzauftritt in einem Film verbunden zu werden. Immerhin gelten Tito & Tarantula seitdem auf ewig als cool. Ganz egal wieviele Platten sie machen, die eh keiner kennt. Und die neue? Natürlich wieder der selbe bluesige Stonerrock wie immer, obwohl diesmal oft etwas melancholischer, nachdenklicher und mit weniger dicker Hose als früher. Bei “Pretty Wasted” ist das schön, bei “Monsters” lässig und sonst a bissal fad. Aber sie gehören weiterhin zu den richtig Coolen, weil “From Dusk till Dawn” ja total super war…..

The Strokes. Razorlight. Mando Diao. Kaiser Chiefs. The Libertines. Und wie sie alle heissen. Damals (seeeinerzeit ;) ) war Britpop noch spannend, wenn auch nicht mehr wirklich etwas Neues. Vor wenigen Tagen in meinem Postfach gelandet: Das Debüt einer weiteren vermeintlichen UK-Hoffnung - The Courteeners mit “St. Jude”. Die Kollegschaft vom Musikexpress spricht seit längerem bereits von einer der größten “Gitarrenrock-Hoffnungen 2008″. Das gab’s doch alles schon mal oder? Ich find’s einfach nur mehr unglaublich langweilig. Die ewig gleichen Midtempo-Melodien, Gitarren-Hooks und Mitsing-Refrains. Schön und gut, aber irgendwie klingts dann echt nur mehr nach einer misslungenen Mischung… Aber wenn schon The Courteeners, dann “No You Didn’t, No You Don’t”!

Sehr feinen britischen Indiepop präsentiert das Quartett aus Sussex auf deren aktuellem Longplayer “Join With Us” - und dieser freundlichen Einladung kommt man als Hörer nur zu gerne nach. Schon das erste Lied „I thought it was over“, der breiten Masse spätestens seit der Band-Performance am Life Ball 2008 bekannt, ist catchy. Und auch „Spare Me“ oder „Conor“ sind Klangperlen, die gute Laune versprechen. Weiterlesen…
“Ich glaube, ich habe noch nie so gut die Stile gemischt und es dabei so scheinen lassen, als wäre es keine Mischung, als wäre es etwas, was einfach ein Stil für sich ist.” - Patrice selbst trifft’s exakt. Genau deshalb präsentiert sich das nunmehr vierte Studioalbum des afrodeutschen Fusions-Künstlers als sein eindeutig bestes. Und das obwohl auf den ersten Hörgang eigentlich nicht viel Neues zu vernehmen ist - doch nach und nach offenbaren sich musikalische Feinheiten, die den Hörer mit einer neuerdings noch intensiver vertonten Entspannt- und Lebendigkeit in eine Art Shake-Zwang befördern. Nicht ganz unbeteiligt daran scheint die erstmalige Zusammenarbeit mit dem renommierten US-Produzenten Gordon Wiiliams zu sein, die Patrice als “inspirierende Verbindung” beschreibt.
Was auch immer sich für das klar kompletteste Album seiner bisherigen Musiker-Laufbahn verantwortlich zeichnet - fest steht: es macht von vorne bis hinten Spaß. Wobei die erste Single-Auskoppelung “Clouds” für mich vergleichweise eher schwächelt… Jedenfalls bin ich schon auf die nächste Live-Performance gespannt!
Jedes Monat ein Fix-Termin im Rockhouse: Der Local Heroes Abend, bei dem die lokale Szene regelmäßig eine Bühne bekommt, hin und wieder unterstützt von den nahen bayrischen Nachbarn. Weiterlesen…

“I Know You’re Married…” ist für mich definitiv eine der größten Überraschungen der letzten Wochen. In einer wohl bewusst schlicht gehaltenen Verpackung (zumindest die Promo-Version besteht aus einem dezenten weißen Schriftzug auf goldig-braunem Hintergrund) versteckt sich ein erstaunlich vielfältiges Gesamtwerk, ein packendes Wechselspiel zwischen laut und leise, zwischen psychedelisch angehauchten und dann doch wieder gänzlich melodiedominierten Songs. Dazu diese gewaltige Stimme. Vor allem die beiden Stücke “Comin’ Tonight” und “Jesus and Mary” als auch “Hearts Club Band” rotieren bereits seit einiger Zeit regelmäßig in meiner Anlage - und das wird wohl noch länger so bleiben. Bisher war mir der Name Wainwright ja eher in Verbindung mit einem weiteren Familienmitglied ein Begriff, inzwischen deutet der Zähler meines Abspielgeräts jedoch eine ganz andere Konstellation an…
Übrigens ebenso hörenswert, wenn auch etwas älteres Material: “Bloody Mother Fucking Asshole” vom Debüt-Album und “Factory” von der gleichnamigen EP aus dem Jahre 2003, beide als MySpace-Stream verfügbar.
www.marthawainwright.com
www.myspace.com/marthawainwright
monoTon-Review: Rufus Wainwright - Release The Stars

Wohl nicht ohne Grund durfte sich ein Quartett aus Niederösterreich bereits die Bühnen mit den Beatsteaks, The Klaxons oder auch den Gods Of Blitz teilen: Garagepunk meets Glampop, und das mitten in Tulln(Herbst 2007) - SKEPTIC ELEPTIC. Nach einem Split-Album mit den Kollegen von The Staggers aus dem Jahr 2006 steht nun demnächst der Releasetermin des bereits dritten Albums der Austro-Formation -”Get Addicted” - kurz bevor: Offizieller Releasetermin ist der 6. Juni ‘08.

Isobel Campbell und Mark Lanegan geben nach “Ballad of the broken seas” zum zweiten Mal die Schöne und das Biest. Wieder hat die Campbell alles geschrieben, gemischt, arrangiert und produziert und den Lanegan zum Dazu-Singen eingeladen. Deshalb hält sie sich selbst beim Singen diesmal noch mehr zurück als beim ersten Album. Selbstverständlich ist das Ganze wieder wunderbar, weil Mark Lanegans rauchige Grabesstimme immer cool klingt und vor allem die Kombination mit Isobel Campbells zerbrechlichem Engelsflüstern ganz großartig kommt. Vorbilder sind einmal mehr und immer wieder Lee Hazelwood und Nancy Sinatra, was man auf “Who build the road” am deutlichsten hört. Ist auch der beste Song der Platte. Ein schönes Singer/Songwriter-Folk Album mit Blues Einschlag, allerdings sollten sie das Spiel nicht noch ein drittes Mal angehen oder sich dann zumindest etwas Neues einfallen lassen. Vielleicht den Spieß umdrehen und Isobel Campbell mal rocken lassen?