
Prinzipiell mag’ ich CALEXICO ja. Immerhin kann ich drei Alben aus dem Band-Katalog mein Eigen nennen. Und irgendwie hab’ ich dann doch regelmäßig auf den “Weiter-Button” geklickt, sobald diverse Abspielgeräte auf den Calexico-Modus gewechselt haben. Das könnte sich mit dem kommenden Album “Carried To Dust” (VÖ: 5.9.) nun ändern. Da sind nämlich einige Road-Trip-Klassiker dabei. Und irgendwie ist nur ein guter Road Trip-Song ein guter Calexico-Song.
Mit “Carried To Dust” gelingt es der US-Band ein weiteres Mal, unglaublich atmosphärische Stimmungen zu produzieren. Alles potentielle Filmsongs. Die Trompeten sind zurück. Dazu Gitarre, Bläser, Glockenspiel. Exzessives Mexiko-Flair. Strand-Feeling sowieso. Urlaub mit Calexico eben. Vielfältig wie immer. Nicht zuletzt dank zahlreicher Kooperationen mit diversen Musiker-Kollegen auf “Carried to Dust”, darunter das Duett mit der kanadischen Sängerin Pieta Brown (”Slowness”).
Danben gibt’s wohl zu viele Anspieltipps um hier alle anzuführen, einige seien an dieser Stelle dennoch hervorgehoben: “Writer’s Minor Holiday”, “The News About William”, “House Of Valparaiso” und “Red Blooms”.
www.casadecalexico.com
Gratis-Download “Two Silver Trees” (City Slang-Website)
Das Radiokulturhaus ist ja eine meiner absoluten Lieblings-Konzertlocations. Vielleicht spielt da auch meine zeitweilige Vorliebe für Unplugged-Gigs eine nicht unwesentliche Rolle. Mia. haben das Radiokulturhaus heute jedoch in ein einziges Rocktheater verwandelt. Eine unglaubliche Energie, die da den gesamten Auftritt hinweg versprüht wurde - nicht zuletzt durch die massive Bewegung auf der Bühne. Nicht nur Frontfrau Mieze tanzte sich voller Elan durch die einzelnen Songs, nein, die gesamte Band (inklusive Gast-Musiker Anton) strotze nur so vor lebhaft vollführtem Spieltrieb. In die Kategorie “beeindruckendes Theater” fällt an diesem Abend auch das Duett von Mieze mit Special Guest Florian Horwath. Eine berührende Inszenierung, fast schon ein wenig im Musical-Stil - nur viel eleganter.
Insgesamt präsentierte die Deutsch-Formation an diesem Abend einen schönen Mix aus alten Klassikern (”Hungriges Herz” als einer der Höhepunkte) und einigen neuen Stücken aus dem kommenden Album “Willkommen im Club” (VÖ: 5.9.). Mia. haben jedenfalls defintiv ein Maximum an Unterhaltung geboten. Und das Publikum hat’s gedankt - Standing Ovations und tobender Abschiedsapplaus.
Übrigens: Das Konzert wurde aufgezeichnet und am 4. September im Rahmen der FM4 Homebase (19-22 Uhr) gesendet. Außerdem wird’s den Mitschnitt für eine Woche als Stream auf fm4.orf.at zu sehen geben.

Das erste Mal haben sich KLEE mit ihren locker flockigen Melodien 2004 in meinen Ohren festgesetzt; es war die Single „Tausendfach“ aus ihrem damals bereits vierten Album „Jelängerjelieber“. Die Kölner Formation kreiert 2008 wiederum diesen süßen leichten Sound, dem Pop-Bienen verfallen und an ihrem neuesten Silberling wie an Honig kleben bleiben. Weiterlesen…
Richard Ashcroft ist mir ja in guter Erinnerung. Damals beim Nuke 2005. Keine große Show, bloß großer Rock. Das Gummistiefel-tragende Kollektiv hat’s gedankt. Und erst gestern hab’ ich dann wieder einen alten Ashcroft-Klassiker ausgegraben, nämlich “Why not nothing”. Läuft seitdem beinahe im Halbstunden-Takt.
“Forth”, das erste Album der wiedervereinten Brit-Formation The Verve nach knapp einem Jahrzehnt, lässt Begeisterungsstürme meinerseits jetzt erstmals aus. Ebenso die erste Single-Auskoppelung “Love is Noise” (siehe Video-Clip). Klar, Ashcrofts kraftvolle Vocals und dessen Gespür für große Refrains sind nach wie vor da. Unverkennbar. Das gesamte Album (mit einer Gesamtlänge von beinahe 70 Minuten und das bei 10 Tracks!) - ein Sammelsurium an souveränen Pop-Balladen. Das große Rockfeuerwerk bleibt jedoch fern. Wobei manche der Songs (”I See Houses”, “Valium Skies”, “Love Is Noise”, “Appalachian Springs”) live sehr wohl besser funktionieren könnten… Wieviele gute Lieder kann man in seinem Leben eigentlich schreiben?
Egal, für alle unter euch die selbst mal exzessivst reinhören möchten: Wir verlosen an dieser Stelle 3 “Forth”-Exemplare, einzige Gewinnvoraussetzung ist ein gut getimtes Mail an redaktion@monoton.at - die Verfasser der 1., 10. und 30. Mail können sich über CD-Nachwuchs freuen. Die Gewinner werden per Mail verständigt, Einsendeschluss ist der 24. August 2008.

“Conor and a tight-knit group of fellow musicians, who aptly call themselves The Mystic Valley Band, crafted a lush and beautiful record that evokes the deep sense of harmony in which they lived and worked during that month of recording at Tepoztlán, Morales, Mexico.”
Eine bessere Beschreibung als die auf der Bandhomepage zum aktuellen Soloalbum von Bright Eyes Mastermind Conor Oberst lässt sich fast nicht finden; eine ausführlichere auf jeden Fall. Weiterlesen…

Zugegeben: der äußerst authentische Working-Class-Sprössling Mark E. Smith, seines Zeichens einzige Konstante bei der genrebegründenden “Band” The Fall, taugt nicht gerade als wandelnde Werbesäule für eine visuelle Beleuchtung seiner Werke. Aber Promovideos erfordern ja nicht zwangsläufig den Auftritt der Musiker selbst, und abgesehen davon ist dieses Medium immer noch audio-visuell… Weiterlesen…

Ich hab’s getan. Ich war wieder am Frequency. Zumindest am ersten Tag. Und das nach zwei Jahren der Abstinenz. Obwohl ich mir beim letzten Festivalbesuch (2005) ein weiteres Mal geschworen hatte, diese Massendummie-Veranstaltung nie wieder zu besuchen. “Massendummie-Veranstaltung” bezieht sich dabei natürlich nicht auf die künstlerischen Darbietungen. Nein, ich mein die für mich unglaubliche Ansammlung an fragwürdigem Publikum und die mehr als mäßige Organisationsqualität. Abgesehen von meinen grundsätzlich hohen Antipathie-Werten gegenüber den Monopolunternehmen Musicnet/Nova Music (ja ich weiß, das sind offiziell zwei getrennte Unternehmen, de facto arbeitet man aber mehr als eng zusammen) durch ein entsprechendes Marktverhalten in den letzten Jahren. Ich könnt’ da jetzt ja noch endlos ausschweifen. Weiterlesen…
Eine (weitere) wunderbar klug-schräge Ko-Produktion von Betty’s Apartment und Schlaflos-Mastermind Christian Genzel. Mehr davon!
Betty’s Apartment: (Die schnellste EP der Geschichte zum) Gratis-Download
Schlaflos - Der Film

Nur weil früher alles besser war, ist das noch kein Grund, die manchmal doch rechtfertigbare Gegenwart auszulassen. Deshalb möchte ich in dieser Rubrik ab sofort über plattenvertragsferne Musik aus den heutigen Sub- und Gegenkulturen schreiben. Und darauf habt ihr doch alle schon gewartet! Weiterlesen…

“..wie eine Fahrt durch eine Metropole der Kontraste, vorbei an flirrenden Leuchtreklamen, verträumten Parks, pulsierenden Clubs, durch hektisches Treiben und ruhige Morgenstunden…” - selten hat’s ein Pressetext so treffend formuliert. Mañana aus Basel (wie könnts mit einem gewissen Herrn Bürkli an den Vocals auch anders sein ;) ) nehmen einen mit deren Debüt “Interruptions” wahrlich mit auf eine Reise. Und zwar in Sigur Ros-nahe Gefilde. Mit Radiohead in der Nachbarschaft. Und diversen Brit-Pop-Einflüssen gleich eine Ecke weiter. Soll heissen: Das junge Quintett überzeugt mit wunderbar mächtig aufgezogenen Klangkulissen und kraftvoll-berührender Melancholie. Immer wieder Gänsehaut-Stimmung.
Oftmals fehlt es dem insgesamt hochwertig produzierten Longplayer (am Mischpult saß übrigens niemand geringer als Ken Thomas, unter anderem Produzent der bereits angeführten Sigur Ros sowie Dave Gahan und Björk) dann zwar ein wenig die letzte Wucht, und dennoch: Schon lange nicht mehr so viel Freude mit einem Gesamtwerk gehabt! Jenes beinhaltet übrigens auch eine EP aus dem Jahre 2005 (’Fast Days’), zwei Songs daraus seien euch nachfolgend nahegelegt…
Ältere Stücke 1: There It Goes
Ältere Stücke 2: Miss Evening (FIFA Football 2005 - Soundtrack)