In einer Welt, in der Menschen mit Persönlichkeitsspaltung nicht therapiert und/oder weggesperrt würden, wäre die Musiklandschaft wohl voll von “Hybrid Kids”-Werken. In was für einem Paradies wir heute lebten!
Man stelle sich nur einmal den globalkulturellen Verlust vor, der entstanden wäre, wäre Morgan Fisher, der seine Mitmenschen schon 1979 glauben machte, er sei zwölf bis vierzehn Bands, in die Fänge des Gesundheitswesens geraten! Nicht auszudenken, um wie viel grauer die Welt wäre ohne Punk and Porky’s Sex-Pistols-Interpretationen God Save The Lean + Pretty Bacon, Malcom Galaxy’s Version des Klassikers Fever oder das Jahrtausendcover von Rod Stewart’s D’ya Think I’m Sexy?, vorgetragen von der imaginären British Standard Unit…
Wir dürfen uns also glücklich schätzen, heute gleich zwei Mutantenmusik-Platten wiederveröffentlichterweise vor uns liegen zu haben, die uns so ziemlich die ganze Popgeschichte bis zum Jahre 1978 hinauf wieder erträglich machen wollen (”Hybrid Kids” 1 - aufgeputzt werden u.a. Kate Bush, The Beatles und The Stranglers). Und, als verdiene das allein nicht schon Dank genug, nebenbei auch noch das klassisch-europäische Weihnachtsliedrepertoire von seinem Ruf als Menschenrechtsverletzung im Sinne der Genfer Konventionen befreien (Hybrid Kids 2: “Claws”).
Wer sagt, das sei infam, der hat recht. Wer sagt, das klinge wie die Chipmunks auf E, der hat noch rechter. Wer sagt, “Hallelujah!”, dem ist ausnahmsweise unbedingt beizupflichten. Michael Giebl
Höhepunkte:
CD1: Punk and Porky - God Save The Lean + Pretty Bacon, Kapital Punischment - Save Your Kisses For Me, British Standard Unit - D’ya Think I’m Sexy?, R.W. Atom - You’ve Lost That Lovin’ Feeling
CD2 (”Claws”): We Three Kings, Deck The Halls + Go Tell It On The Mountain, Coventry, Happy Xmas (War Is Over)