
Den beiden federführenden Musikern hinter den Dragons (ohne “The”) mutet man durchaus infantil-romantische Regression zu, legt man Augenmerk auf ihren Wortgebrauch bei Bandnamen und Album “Here Are The Roses”. Dabei machen die Dragons (ohne “The” und aus Bristol) weder Metal noch Rosamunde Pilcher Soundtracks. Andererseits tragen sie aber im amüsanten Videoclip zum Titeltrack Schwarz (mit Sonnenbrillen!) und würden wohl gerne klingen wie Interpol und Editors (die ja bekanntlich wiederum klingen wollen wie nicht weiter zu benennende Formationen aus dem vergangenen Jahrtausend). Immerhin: Nacheiferung in eine lobenswerte Richtung.
Ohne dabei in typische Indierockattitüden abzudriften (Tanzflächentauglichkeit, Stadionformat) bauen die Dragons vielschichtige, auf unterirdischen Bass und Schlagzeug aufbauende, unterkühlte Liebeslieder mit einer schönen Portion New-Wave-Synthie auf und schaffen es durch diese instrumentale Konsequenz, die Rosen im Coverartwork trotz gelegentlicher Taugefahr gefroren zu halten. “Remembrance” ist ein Kunststück, das wohl unbeabsichtigt an “The Him”, den unbeschreiblich schönen Nachruf auf Ian Curtis von New Order erinnert. Mit “Obedience” liefern Anthony Tombling Jnr., David Francolini und Mitmusiker einen starken, treibend-düsteren Song wider den Gehorsam. Und auf “Forever” spielen einem die Dragons schließlich den Martin Gore (Depeche Mode) in ihnen vor. Wenn damit nicht die ganze Tafelrunde beisammen ist… Michael Giebl
Höhepunkte:
Epiphany, Remembrance, Obedience
Freitag, 29. Februar 2008 , 12:26
der bandname als auch die cover-gestaltung suggerieren bei mir ein völlig anderes bild als das tatsächliche musikalische ergebnis - und auch wenn ich das anfängliche gezappel im video ein wenig gewöhnungsbedürftig find, ab dem refrain kanns was :)