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Populärmusik für Fortgeschrittene

.plattenkritik: Cleave - Evoke the Self*

Neues aus Österreich, genauer gesagt aus St. Paul. Von dort kommt ein Trio, welches einen uralten und sehr wichtigen Aspekt der Musik aufgreift: Emotionen. Nein, keine Angst, nicht Emo, sondern eine alternative Progressive-Indie Platte mit Hang zu Stimmbandverzerrungen der Marke Chino Moreno (ich hoffe nur, Marian singt live besser als dieser). Aber Cleave ist mehr als nur ein Stimm(gummi)band, viel viel mehr.

Zugegeben, meine Hardmetall-Ohren mit stählernem Trommelfell sind anderes gewöhnt. Trotzdem finde ich die Platte gut. Sie fesselt auf ihre eigene Art und Weise. Jede noch so kleine Unaufmerksamkeit wird gnadenlos bestraft, hinterlässt ein chronisches Gefühl einer seltsamen Leere, hervorgerufen durch ein akkustisches Versäumnis. Hier wechseln melodische Gitarrenlines mit einem noch melodischeren Piano, ein langsames fast andächtiges Schlagzeug und der eigentlich unwiderstehliche Gesang von Marian, der zu einem nächtlich-zugeregneten Spaziergang am brausenden Meer einlädt.

Die Platte wirkt zwar durchwegs emotional düster, doch das alleine ist nicht der Grund, warum sie nicht mehr loslassen will. Man stellt sich auf ein Lied ein, schon kommt das nächste. Wieder etwas ganz anderes, Verwirrung stellt sich ein. Passagen, die so gar nicht vermutet werden auf dieser CD - und ja, es ist trotz allem ein sehr homogenes Stück Musik. Der Titel Evoke the Self ist somit nicht nur passend, er ist eine Gebrauchsanleitung, ein Inhaltsverzeichnis der eigenen kleinen Seele, ganz verstört in der Ecke kauernd und nicht mehr loslassend vom klaustrophobischen Zwang sich in die Enge gedrückt zu fühlen. Cleave sind wirken wie kollektive Therapie, sie nehmen dich an der Hand, konfrontieren dich mit deinem eigenen kleinen Seelenmikrokosmos, voller Farben (wie auch das Booklet), voller Gefühle, voller Emotionen und schlussendlich voller Freiheit.

http://www.myspace.com/cleavemusic (mit Videos, Songs und Pics)
http://www.cleavemusic.com/

P.S.: Die Single The Sleep ist schon seit Anfang Februar erhältlich.



Kommentare zu “.plattenkritik: Cleave - Evoke the Self*

  1. andi meint:

    rockt!

  2. nobody meint:

    fad!

  3. rene meint:

    also das review finde ich echt gut, vorallem das mit dem titel und der gebrauchsanweisung stimmt absolut. hab das album gekauft und bin echt verdammt erstaunt, dass leute aus unserem land sowas zustande bringen. es geht ja doch……

    mfg rene wagner

  4. markus meint:

    das triffts! lg

  5. andi meint:

    yeah das album rockt!

  6. vawirrte meint:

    also i find des album is hammer…
    und ehrlich gsagt als da marian beim markt neben mir gsessen is hab i net gedacht das er so a verdammt gute stimm hat…
    echt respekt!!



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