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Populärmusik für Fortgeschrittene

.live-review: Coheed and Cambria - Shabutie ! ! ! (Arena, Wien)*

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Konzerte sind schon was Feines - gute Musik, alte Freunde treffen, rocken und gröhlen. Wenn dann die Band auch noch zur Höchstform aufläuft, kann sowieso fast nichts mehr schief gehen. So war es auch am Montag in der Arena, der wohl geilsten Konzertlocation in Wien. Coheed and Cambria beehrten unsere Hauptstadt - und sie gaben gewaltig Gas. Ich war überrascht…

Der Abend begann, zumindest auf dem Papier, vielversprechend: Oceansize machten den Beginn. Eine Band, die fast zehn Jahre auf dem Buckel hat und drei - nennen wir es - durchaus interessante Alben veröffentlichte. Für mich war keines dabei, das vollends überzeugen konnte, aber es sind doch drei Alben mit sehr guten Ansätzen. Der Support-Auftritt des Quintetts war allerdings eher durchwachsen. Vor allem Drummer Mark Heron lieferte mit seinen Drum-Combo-Orgien zwar einen guten Schlagzeuger ab, für Oceansize-Verhältnisse war’s dann ein klein wenig zu viel des Guten… Da werden Erinnerungen an einen großen Musiker wach, der einmal sagte: “Alternative heißt gute Musik, aber schlechte Musiker”. So präsentierte sich auch die Band aus Manchester an diesem Abend: Sehr chaotisch, teilweise schon fast verloren in den Weiten der Arena. Streckenweise umgab die Jungs eine Aura, die vermittelte, als ob sie da oben auf der Bühne nicht wüssten, was sie da eigentlich machen. Somit kam auch die Musik nur wenig authentisch rüber. Zusammenfassend kann man sagen, dass Oceansize zwar einen soliden Auftritt hinlegten, aber ist solide auch immer gut?

Ganz anders war’s beim Mainact: Coheed and Cambria kämpften zwar am Beginn ein bisschen, verzichteten etwa weitgehend auf Kommunikation mit der Crowd, liefen jedoch von Minute zu Minute zunehmend zur Höchstform auf, was schlussendlich in einer dreiviertel-Stunde-Zugabe mündete, in der die Jungs locker vierzig Minuten abwechslungsreichen und technisch versierten Progressiv-Jam hinlegten.

Ich bin es gewohnt, dass Bands Zugaben spielen und dass diese durchaus auch länger ausfallen können, aber eine knappe Stunde zusätzliches jammen?!? Kurzzeitig wurde man an Pink Floyd erinnert und nach dem Ende des Konzerts, während einer kurzen Zeit der Verarbeitung, drängte sich mir die Frage auf “Konnte man das erwarten?” bzw. “Hätte man das den Jungs zugetraut?”. Klar, deren Musik bewegt sich technisch auf einem für das Genre Progressive typisch hohem Level, aber vierzig Minuten Zugabe? Das gabs noch nie in meiner Konzert-Karriere.

Insgesamt also ein Hammerauftritt. Alle Songs im Tracklist-Gepäck, die aus meiner Sicht dabei sein sollten, plus sogar eine kleine Iron Maiden-Einlage. Das Alles hat dann noch so unglaublich gerockt, dass man nur mehr mit leuchtenden Augen zu den großen Helden (und Frisuren)hinaufblicken konnte. Claudio Sanchez und seine Band sind und waren das Beste, was ich seit längerer Zeit zu sehen bekam. Ausnahmekünstler spielten an diesem Abend also ein Ausnahme-Konzert bei der die New Yorker die Ausnahme-Lieder ihrer Ausnahme-Alben spielten. Ohne Schnick-Schnack, nur Musik. Einfach schön. Individualität auf höchstem Niveau.



Kommentare zu “.live-review: Coheed and Cambria - Shabutie ! ! ! (Arena, Wien)*

  1. bernie meint:

    hab ich schon von mehreren gehört, dass es ein geiler abend war…

  2. Neville meint:

    …war echt eine offenbarung, bin durch das konzert erst mit dem neuen album warmgeworden und liebe es jetzt ;-)
    hab auch vorher noch nie wen mit den haaren theremin spielen sehen!!!

  3. mike meint:

    Kann ich dir nur zustimmen. Hammerkonzert. Aber: Was hat dich anfangs denn am Album gestört??? Ich finde, es passt perfekt in die Chronologie … bisschen “leise” halt.

  4. fw meint:

    oceansize? manchester?
    sorry, aber vorband waren the ocean, eine deutsch-schweizer post-hardcore/progressive-band…!

  5. mike meint:

    war vor zwei jahren ;-)

  6. fw meint:

    …ah ja. auf´s datum schauen wär´s gewesen… ;-) sorry!



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